Kimia Bani

Tamburi Mundi Frame Drum Award

Montag, 02.08.2021, 19.30 Uhr
Verleihung des Förderpreises an Kimia Bani (Daf) und Konzert

Ort: E-Werk, Saal
Eintritt frei!

Die iranische Musikerin und Dichterin Kimia Bani lebt seit 2018 in Deutschland (Berlin). Auf der persischen Daf zeigt sie eine ungemein große Wandlungsfähigkeit und überrascht durch ihre Vielfalt im Repertoire und musikalischen Ausdruck. Mit Kimia erhält dieses Jahr eine junge talentierte Rahmentrommlerin den Förderpreis, die weiter nach Ausdrucksmöglichkeiten auf der Rahmentrommel sucht, ihre Musik öffnet und mit anderen Stilrichtungen verbindet und mit großem Mut ihren Weg geht.

Kimia Bani - Daf

Musikalische Begleitung:
Mahin Khodayari - Tanbur

 

Info: Alle Konzerte gibt es auch als Live-Stream auf dem Tamburi Mundi Youtube Kanal!

Mit freundlicher Unterstützung von Schlagwerk Percussion!

Interview mit Kimia Bani

Wieso hast du die Daf als dein Hauptinstrument gewählt?

Ich habe mich für die Daf entschieden, da sie mich wie kein anderes Instrument beflügelt und inspiriert. Durch den Klang der Daf tauche ich in eine andere Welt ein. Außerdem ruft sie Gefühle in mir hervor und hilft mir beim Stressabbau. Darüber hinaus habe ich mir beim Musizieren mit der Daf einige Fähigkeiten angeeignet, die mir auch in anderen Lebensbereichen zu Gute kommen. Weiterhin gefällt mir an diesem Instrument, dass es den Takt vorgibt und anderen Mitspieler:innen als Orientierung dient. Wenn man merkt, dass andere auf einen zählen, verleiht einem das Selbstvertrauen.

Spielst Du neben der Daf noch andere Instrumente? Was reizt Dich an diesem Instrument besonders?

Eigentlich gefallen mir alle Instrumente, da jedes auf seine eigene Art und Weise wunderbar ist. Neben der Daf spiele ich aber auch noch andere Perkussionsinstrumente wie Dayereh, Udu, Cajon und Tanbur. Vor allem letzteres ist ein sehr melodisches Instrument. An der Daf mag ich besonders, dass sie ganz verschiedene, auch gegensätzliche, Gefühle hervorruft: Wut und Freude, aber auch Traurigkeit und Glück. Die Daf hilft mir aber auch dabei, diese Gefühle zu verarbeiten. Für mich ist die Daf ein wirklich besonderes Instrument.

Neben Deiner Tätigkeit als Musikerin bist Du ebenfalls als Dichterin aktiv. Zuvor hast Du Dramaturgie und Darstellende Kunst studiert. Wann hast du den Fokus auf die Musik, insbesondere auf die Perkussion, gelegt und wie kam es dazu? 

Meine Leidenschaft für die Musik entwickelte ich schon als Kind. Mit sieben Jahren habe ich mit dem Klavierspielen begonnen. Dadurch lernte ich Notenlesen und beschäftigte mich mit den musiktheoretischen Grundlagen. Später studierte ich dann an dem Teheraner Konservatorium, wo ich mich akademisch mit Musik auseinandersetzte. Für Perkussion habe ich mich allerdings schon vor dem Studium interessiert. Im Alter von sechszehn Jahren nahm ich einmal an einer Zeremonie teil, bei der Daf-MusikerInnen anwesend waren. Der Klang der Daf hatte eine solche Wirkung auf mich, dass mich dieses Instrument nicht mehr losgelassen hat.  Das war so ein Schlüsselmoment, der mich wirklich geprägt hat.
Und nun zu der ersten Frage: Meiner Meinung nach haben Dichtung und Musik vieles gemeinsam. Tatsächlich fühle ich mich sowohl der Musik als auch der Poesie und dem Schreiben gleichsam verbunden. Denn auf der einen Seite gibt mir die Musik Impulse für meine Gedichte, anderseits erhalte ich von der Poesie aber auch Inspiration für meine Musik. All diese Künste haben meines Erachtens einen gewissen Rhythmus sowie ihre Höhen und Tiefen.

Was war bisher das Highlight Deiner musikalischen Karriere und warum?

Im Iran habe ich ein Kunstinstitut für Musik und Theater gegründet und geleitet. Dadurch durfte ich mit vielen Künstler:innen, Lehrer:innnen und Schüler:innen zusammenarbeiten. Dies war definitiv ein Highlight. Dadurch ist ein Raum für Kunst entstanden, in dem gelehrt und gelernt werden kann. Das Institut gibt es noch heute – darauf bin ich sehr stolz darauf! Mein Ziel ist, ein solches Institut auch in Deutschland zu eröffnen.

Kannst Du uns noch ein wenig über Deine kommenden Projekte berichten? Was sind Deine Ziele für die Zukunft?

Aktuell stecke ich viel Energie in die Gründung einer Organisation, die ein sicheres Umfeld für geflüchtete Frauen und Kinder schafft und ihnen die Möglichkeit bietet, zu musizieren. Denn oft war ihnen dies in ihren Heimatländern nicht erlaubt oder möglich. Mein Ziel ist es, dass alle gleichberechtigt Musik genießen, hören und spielen können. Daher unterrichte ich neben meinen Privatschülern, die ich derzeit habe, auch gesellschaftliche benachteiligte Menschen. Darüber hinaus habe ich damit begonnen, eine Gruppe von Perkussionistinnen aufzubauen. Perspektivisch möchte ich ein Band mit Musikerinnen aus der ganzen Welt gründen, damit wir mehr voneinander lernen, gemeinsam auftreten und auf der Bühne präsenter werden können.

(Das Gespräch mit Kimia führte unser Tamburi Mundi Team-Mitglied Kristina Sieling im Juli 2021.)

Wer Kimia Bani live erleben möchte, hat bald die Möglichkeit dazu! Im Rahmen des Festivals 2021 erhält Kimia am Montag, den 02. August 2021 um 19.30 den Tamburi Mundi Frame Drum Award. Im Anschluss folgt ihre Performance auf der persischen Daf, begleitet von der Tanbur-Spielerin Mahin Khodayari. Der Eintritt ist frei!

Video: