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2015 - 2010

Rückblick auf das 10. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 1. - 9. August 2015

Das weltweit größte Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi ging fulminant zu Ende. Bei insgesamt 43 Konzerten sowie über 30 Workshops haben an die 5000 Trommelfans aus aller Welt im Freiburger E-Werk namhafte Künstler/innen gehört, mitgetrommelt und mitgesungen.

Das zehnte Tamburi Mundi Festival war nicht nur ein Aufeinandertreffen der Stars der Szene, sondern ein Treffen von Freunden, deren Herz für die Rahmentrommel schlägt - dieses unscheinbare Instrument, das fast auf der ganzen Welt zu Hause ist und über Länder-und Religionsgrenzen hinweg Musiktraditionen und Menschen miteinander verbindet!

Festivalleiter Murat Coşkun war merklich zufrieden: „Es war eine Jubiläumsfeier, wie sie besser kaum hätte sein können! Wir hatten so viele Musiker/innen und Workshop-Teilnehmende wie nie zuvor, die Konzerte waren jedes für sich eine Perle und die Atmosphäre berauschend.“

So manches Konzert hatte mehr als eine musikalische Botschaft: Ein Benefizkonzert mit ganz jungen Trommlern unterstützte kriegsgeschädigte Kinder in Syrien, persische Musikerinnen aus Isfahan bekamen eine Bühne, die ihnen in ihrer Heimatstadt als Frauen verwehrt wird und ein Konzertabend war der Städtefreundschaft mit Tel Aviv gewidmet.

Das größte Medienecho und nachhaltige Begeisterung rief der Eröffnungsabend Face to Face hervor: Künstler/innen aus Israel und Iran präsentierten ein bewegendes Programm, das sie gemeinsam in Freiburg erarbeitet hatten - mit einer starken Aussage jenseits von Appell und plakativen Slogans.

Der runde Geburtstag des Festivals wurde mit vielen internationalen Rahmentrommel-Größen gefeiert, die Tamburi Mundi über die Jahre hin geprägt, begleitet und mit ihrer Leidenschaft und Musik erst zu dem gemacht haben, was es heute ist! Der Dank galt ganz besonders Glen Velez, dem Gründer der modernen Rahmentrommelbewegung und Schirmherren des Festivals für seine jahrelange Unterstützung und inspirierende Präsenz auf dem Festival. Seine Kurse zählen nach wie vor zu den Highlights der Festivalwoche und waren wieder einmal ausgebucht.

Auch andere Rahmentrommler der ersten Stunde waren gekommen: Ramesh Shotham, Michael Metzler, David Kuckhermann, Andrea Piccioni und Gilson de Assis. Die beiden letzteren waren übrigens zusammen mit Festivalgründer Coşkun mit ihrem 2005 gegründeten Tamburo Mundi Trio Namenspaten des Rahmentrommelfestivals.
Gemeinsam mit den anderen Perkussionist/innen Yshai Afterman, Ganesh Kumar, Mohsen Taherzadeh, Maryam Hatef, Suat Borazan, Katharina Dustmann, Paolo Rossetti Murittu, Pere Olivé Aymerich , Rui Silva, Takashi Tajima, Dave Boyd, Philipp Kurzke ,Peer Kaliss, Sebastian Flaig, Uta Schilling, Bruno Spagna, Bill Saragosa und Heiner Rico Kirsch, die dem Festival ebenfalls schon seit Jahren verbunden sind, wurde in Kursen, Workshops, Sessions und Konzerten das gemacht, was Tamburi Mundi ausmacht: Grenzen überschreitende Rahmentrommelmusik!

Dabei wurde die Vielzahl und unglaubliche Bandbreite der Rahmentrommeln sichtbar und hörbar: orientalische Riqq, nordafrikanische Bendir, arabische Mizhar und italienisches Tamburello und Tamorra, irische Bodhran, spanische Pandaretta, portugiesische Adufe, indische Kanjira, persische Daf, usbekische Doyra, brasilianisches Pandeiro, Eigenkreationen wie die japanische Tazy-Drum, türkische Davul und noch einige Verwandte mehr aus der weltumspannenden Frame-Drum-Familie.

Das Kurssystem hat sich inzwischen bewährt: Die Teilnehmer/innen konnten Zwei-, Vier-, oder Sechstageskurse buchen, dazu gab es themenspezifische Workshops, die sich jede/r nach eigenen Interessen zusammenstellen konnte. Neu waren dieses Jahr die Kurzpräsentationen einzelner Instrumentenaussteller, die im Mittagspausenprogramm ihre Neuheiten vorstellten. Mit Schlagwerk (D), Majid Drums (D), HUBB (TR), Elman Percussion (IL), Al-Duff (P), Yalcinkaya Percussion (TR), Takashi Tajima (J), Bruno Spagna (I) und Bekir Percussion (TR/NL) waren die Trommelbauer wieder international aufgestellt.

Zum zweiten Mal konnte dank Schlagwerk Percussion der Tamburi Mundi Frame Drum Award vergeben werden, der vor allem junge, aufstrebende Rahmentrommler/innen unterstützen will. Mit dem Karlsruher Schlagzeugduo BeatBop alias Jonas Völker und Timo Gerstner wurde ein würdiger, frisch-witziger und kreativer Preisträger gefunden.

Täglich gab es bis zu drei Konzerte und es war mit Sicherheit für jeden etwas dabei. Percussion pur bei den Themenabenden Indian Dialogues, Anatolian Drums, Tamburin Men, Handpans, Ibero-Brazil-Connection, beim Preisträgerkonzert von BeatBop und beim Tamburo Mundi Trio mit Gästen. Weniger puristisch dagegen die großen Crossover-Projekte, die Rahmentrommeln mit Streichorchester, Tango, Flamenco-Tanz, Jazz und Barock- und Renaissance-Musik kombinierten.

Ein beeindruckendes Konzerterlebnis war auch die Lange Nacht der Trommeln.  Insgesamt 20 internationale Perkussionist/innen boten auf fünf Bühnen 5X5 unterschiedliche Programme von traditioneller bis hin zu zeitgenössischer Musik und alles mündete ab Mitternacht in ein Never Ending Drumming….
Und das ebenso vielfältige wie mit Witz geschmückte Geburtstagskonzert Celebration 10! brachte 21 Künstler/innen aus verschiedensten Ländern von den USA über die Türkei und Indien bis hin nach  Japan zusammen  auf die Bühne.

Und zum Vormerken: Das nächste Tamburi Mundi Festival findet vom 30. Juli bis zum 7. August 2016 im Freiburger E-Werk statt.

(Uli Kudla)

 

Rückblick auf das 9. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 2. - 10. August 2014

Das Festival ist zu Ende! Die Kursteilnehmer/innen, die noch vor kurzem bunt, fröhlich, laut das E-Werk bevölkerten sind abgereist, die Dozent/innen und Künstler/innen zum Bahnhof oder Flughafen gebracht, schon trudeln die ersten E-Mails ein: „Danke, es war wieder einmal wunderbar!“ Trommeln werden in Kisten verpackt, Mikros verstaut, die Session-Ecke abgebaut – als wäre nichts gewesen?
Nein, da war was!

Ich spüre das an meinen müden Beinen, aber auch an diesem guten Gefühl, das all die Erinnerungen, die in meinem Kopf schwirren, auslösen. Da war sehr sehr viel Musik an diesen letzten Tagen, gute, ansteckende Laune, trotz allem, was es zu organisieren gab, so viele trommel-begeisterte Menschen, kurze Nächte, lange Tage, aber es hat sich gelohnt:
Neun beeindruckende Konzertabende, 17 Konzerte (nein, eigentlich 33, denn an der Langen Nacht der Trommeln wurde auf vier Bühnen gleichzeitig gespielt und das bis weit nach Mitternacht), 30 Trommel-Workshops, in denen geschwitzt, gepaukt, gelacht und gegroovt wurde – wieder heiß begehrt die Frame-Drum-Kurse bei Rahmentrommel-Star Glen Velez, Exotisches beim indischen Meister Ganesh Kumar (Kanjira) und beim portugiesischen Perkussionisten Rui Silva (Adufe), ausgebuchte Anfängerkurse bei Nora Thiele, Cajon-Kurse bei Festivalleiter Murat Coşkun, Fortgeschrittenen Frame-Drummer arbeiteten mit Yshai Afterman (Israel), Paolo Rossetti unterrichtete italienisches Tamburello, Mohsen Taherzadeh die persische Daf, für Irland-Fans gab Dave Boyd Einführungskurse in die irische Bodhran und der Samul Nori Meister Juhong Kim aus Korea führte in schamanisches Trommeln ein. Mit im Dozententeam waren auch die Freiburger Perkussionisten Philipp Kurzke, Peer Kallis und Heiner (Rico) Kirsch. Beim Weltmusik-Chorprojekt mit Lygia Campos kamen über 50 Sänger/innen zusammen. Inzwischen schon liebgewordenen Tradition und für manch eine/n der heimliche Höhepunkt der Festivalwoche: Trommelbeat unterm Sternenhimmel im Schein der Fackeln mit Bill und die von Rico angeführte Drumparade frech schallend mit Trommeln und Schalmeien quer durch Freiburgs Innenstadt.

Das Festival-Motto „Rituals“ gab dieses Jahr den Ton an. Der rituelle Aspekt der Rahmentrommeln, Rituale in der Musik und auf der Bühne war der Leitgedanke der zentralen Festivalkonzerte: Bei der Marokkanischen Nacht gaben Aissaoua-Musiker aus Marrakesch einen faszinierenden Einblick in die musikalischen Rituale eines Sufi-Ordens, begleitet von Bendir-Klängen und fast ohrenbetäubendem Schalmeienklang. Bei Sufi Souls, einem Abend der rituelle Musik aus Iran, Marokko und der Türkei präsentierte, zog nicht nur der rotgewandete Derwischtänzer Talip Elmasulu alle Blicke auf sich.
Beeindruckend war das Zusammenspiel der verschiedenen Sufi-Traditionen, eine große gemeinsame Zelebration der Vereinigung durch Musik. Ein begeistertes Publikum im ausverkauften Haus bedankte sich. Dass am darauffolgenden Abend die persische Rahmentrommel Daf mit ihrer herausragenden Rolle in der persischen Sufimusik im Mittelpunkt stand, war kein Zufall. Mohsen Taherzadeh zeigte wieder einmal sein meisterhaftes Können, dieses Mal aber ganz in den Dienst der Kontemplation gestellt.

Am selben Abend gab Rahmentrommel-Guru Glen Velez in seinem Solokonzert „Das Trommeln der Schamanen“ einen intimen Einblick in seine langjährige Verbundenheit mit der Rahmentrommel.

Höhepunkt der Rituals-Reihe war das gleichnamige Konzert gegen Ende der Festivalwoche. Die Namensliste der teilnehmenden Rahmentrommler/innen war lang: Nora Thiele, Yshai Afterman, Ganesh Kumar, Glen Velez, der diesjährige Artist in Residence Paolo Rosetti, Juhong Kim - um nur einige von ihnen zu nennen. Die Sängerinnen Loire und Lygia Campos gesellten sich dazu und wir erlebten ein koreanisches Schamanen-Gebet, ein rituelles Arbeiterlied aus Brasilien, Capoeira, ein indisches Ritual, dem Elefanten-Gott Ganesh gewidmet, ein iranisches Begräbnislied und Aspekte einer rituellen Waschung. Dass fließend Grenzen überschritten werden, der eine Rhythmus sich zum anderen gesellt und Musiker aus unterschiedlichen Kulturen gemeinsam dem Puls der Trommelmusik folgen, macht die Tamburi-Mundi-Konzerte seit jeher zu einem besonderen Erlebnis. Dass die Zuschauer/innen am Anfang die Handys an- anstatt ausstellen sollen und später sich am Ende das Publikum verbeugen soll und die Künstler/innen applaudieren, bringt viele zum Lachen und soll deutlich machen, wie Murat Coskun schmunzelnd erklärt, dass selbst ein Konzertabend so manchen festen Ritualen folgt.

Wieder einmal verblüfft, dass all diese Tamburi-Mundi-Konzertprogramme davor noch nicht existierten – und wahrscheinlich auch kein zweites Mal so wieder zur Aufführung kommen werden. „Ich spreche vorher mit den Künstlern“, sagt Festivalleiter Murat Coşkun, „erzähle von meinen Ideen, wir entwickeln sie gemeinsam weiter und die Musiker lassen sich auf einen offenen Prozess ein. Das macht unser Zusammentreffen hier sehr intensiv.“ Da verwundert es nicht, dass der Probenplan während der Festivalwoche eng bestückt ist und manches Duo oder Trio nur noch in den Kellerräumen einen Platz zum Proben findet.

Dort findet man auch (immer dem Beat nach gehend) die Percussion-Jugend des Festivals, bundesbeat – das Bundespercussionensemble. Zusammen mit ihrem Leiter Professor Johannes Fischer arbeiten sie in den Katakomben des E-Werks an einem Programm, das Tage später das Freiburger Publikum von den Sitzen hebt. Modernes Anspruchvolles wie Drumming von Steve Reich wird gezeigt, aber auch traditionelle koreanische, persische und italienische Rhythmen, die die Nachwuchs-Drummer mit den Tamburi-Mundi-Meistern Juhong Kim, Mohsen Taherzdeh und Paolo Rossetti konzentriert auf die Bühne bringen. Ein erfolgreicher Blick über den Trommelrand!

Auch außerhalb der Konzerträume wurde in der Festivalwoche viel gearbeitet, improvisiert und experimentiert. Rahmentrommelkurse (Riq, Tamburello, Tammorra, Bodhran, Kanjira, Adufe, Daf) für alle Niveaus, dazu Cajon und Gesang – einige suchen den Lehrer aus, die anderen das Instrument. Die Vormittags- und Nachmittagskurse sind gut besucht, Teilnehmer reisen aus der ganzen Welt dafür an. Alle eint die Neugier und die Freude am Spiel der Instrumente, die Teil dieser vielseitigen Rahmentrommelfamilie sind. Und fühlt man sich selbst nicht auch ein wenig so? Macht das diese ganz besondere Tamburi-Mundi-Stimmung aus? Zwischen den Kursen wird in Grüppchen musiziert, spontane Sessions finden statt oder ein Überraschungsauftritt für das Tamburi-Surprise-Konzert ausgeheckt.
Hier formierte sich im letzten Jahr die Percussion-Gruppe Radio „Casa São Paio“, die dieses Jahr einen gefeierten Auftritt hatte und inzwischen schon die erste CD präsentieren kann!

Im Austellerraum bei der Tamburi-Mundi-Instrumentenmesse ist ständig was los: Neue Trommeln werden in Augenschein genommen, Neuheiten präsentiert, ausprobiert, verglichen, diskutiert. Dieses Jahr stellten acht internationale Instrumentenbauer ihre Instrumente aus. Eine einzigartige Möglichkeit, ganz in Ruhe handgefertigte Meister-Instrumente zu testen und zu vergleichen.

Wer noch mehr von Tamburi Mundi  hören oder sehen möchte, findet hier auf unserer Webseite noch weitere Berichte, Fotos und Filme zum Stöbern…
Und wem all das Lust auf dieses außergewöhnliche Festival für Rahmentrommeln macht: Im kommenden Jahr gibt es die Celebration-Ausgabe zum zehnjährigen Jubiläum – in Freiburg im Breisgau vom 1. bis zum 9. August 2015!

Uli Kudla

Rückblick auf das 8. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 27.7. - 04.08.2013

Das Rahmentrommelfestival Tamburi Mundi 2013 blieb in der achten Auflage seiner Ausrichtung treu, die verschiedensten Rahmentrommeltraditionen auf der Bühne, in den Kursen und in den vielen Sessions, die spontan im E-Werk stattfanden, zusammen zu bringen. Rahmentrommler/innen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen trafen aufeinander, auch andere Instrumente waren vertreten, dazu Gesang und Tanz. Neun Tage lang waren Rahmentrommelstars und Newcomer, filigrane Technik und ohrenbetäubende Schlagkraft, leise Töne und pulsierende Rhythmen zu erleben. Man konnte u.a. ein großartiges Barockkonzert besuchen, eine feurige Gipsy-Nacht, beeindruckende Solokünstler/innen und neugeformte Rahmentrommelorchester-Ensembles.

Murat Coşkun ist es auch beim diesjährigen Festival gelungen, seine Idee von grenzüberschreitenden Begegnungen in den einzelnen Konzerten und der ganzen Festivalatmosphäre für Teilnehmer/innen und Publikum erlebbar zu machen. Dass Tamburi Mundi kein Fertigprodukt ist, macht es sympathisch. Dass viele Konzerte und Künstler-Konstellationen ein offener Prozess sind, dessen Ergebnis sich erst im Laufe der Festivalwoche herauskristallisiert, macht die Einmaligkeit dieses Festival aus und hinterlässt bei manch einem Konzertabend das Gefühl, an etwas Besonderem teilgehabt zu haben.

Doch zuerst einmal zum Kursprogramm: Die Rahmentrommel-Legende Glen Velez war nicht zum ersten Mal Tamburi Mundi-Gast. Dass er immer wieder den Weg nach Freiburg findet, ehrt Festivalleiter Murat Coşkun, wie er stets betont und auch die Kursteilnehmer/innen wissen das zu schätzen. So war Glen Velez mehrtägiger Rahmentrommelkurs schon bald nach der Ausschreibung ausgebucht. Der Meister selbst scheint sich sehr wohl zu fühlen in der teils lockeren, teils arbeitsintensiven Festivalatmosphäre. An manchen Abenden spielte er als Gast, ein Konzertabend aber war ihm allein gewidmet – in erster Linie dem Komponisten Glen Velez, als der er vor allem in den USA immer stärker tätig ist. An diesem Abend präsentierte er ein hochkarätig besetztes Rahmentrommel-Orchester (G. Kumar, Y. Afterman, T. Tajima, N. Thiele, A. Kosimov und M. Coşkun), das Velez´ eigen dafür komponierte Stücke spielte.

Des Weiteren gab es Rahmentrommelkurse für alle Niveaustufen. Mit Ganesh Kumar, Nora Thiele, Yshai Afterman und Marla Leigh waren sehr erfahrene und geschätzte Dozent/innen für die fortlaufenden Vormittagskurse dabei. An den Nachmittagen sorgte ein buntes Workshop-Angebot für viel Abwechslung: Bewegung, Tanz, Gesang, Konnakol, Improvisation und Kurse für Rahmentrommeln vom Tamburello bis zur usbekischen Doyra. Alle Dozent/innen hier zu nennen führte zu weit.

Im DrummingVoices-Chor experimentierten und probten Loire (Lori Cotler) und ihre Kursteilnehmer/innen drei Tage lang, um anschließend ein mitreißendes Stück auf die große Konzertbühne zu bringen.

Der Anteil der Frauen im Kursprogramm und auf der Bühne war dieses Mal augenfällig. Das lag zum einen am Festivalprojekt  „Der Klang des Fremden“, sollte aber auch den Blick darauf lenken, dass die Rahmentrommel in den meisten Kulturen zu allererst ein von Frauen gespieltes Instrument war und ist und dabei nicht loszulösen ist von Tanz und Gesang.

 

Das Festivalprojekt 2013 „Der Klang des Fremden“ und seine Künstlerinnen

Acht Trommlerinnen und zwei Tänzerinnen aus unterschiedlichen Ländern arbeiteten innerhalb der Festivalwoche intensiv zusammen, um das Fremde aufzuspüren und diese Begegnung künstlerisch hör-und sichtbar zu machen. Was die Frauen am Samstagabend präsentierten, war von großer Qualität und einer berührenden Schönheit, akustisch, visuell -  inspirierend, eine behutsame Annäherung, kraftvoll…

Einige der Frauen waren auch in anderen abendlichen Konzert-Formationen und natürlich als Dozentinnen in Kursen und Workshops auf dem Festival präsent. Die indische Ghatam-Meisterin Sukanya Ramgopal verstärkte den Länder-Schwerpunkt Indien zusammen mit der Kanjira-Größe Ganesh Kumar. Die Darbukka-Spielerin Raqui Danzinger stand in der Gipsy-Night mit dem Perkussion-Virtuosen Mehmet Akatay auf der Bühne. Die US-Drummerin Marla Leigh überzeugte auch außerhalb der Bühne in ihren Rahmentrommelkursen, die Brasilianerin Angela Frontera gab mit ihrem Duopartner Marcio Tubino ein ausverkauftes „Brazil Percussion“-Konzert. Die beiden Tänzerinnen Gülay Sütçü aus Istanbul (Roma-Tanz) und Bettina Castaño aus Sevilla (Flamenco) erweiterten auf großartige Weise das künstlerische Spektrum des Festivals und ihre Kurse fanden großen Zuspruch. Bei ihrem umjubelten Auftritt beim Kirchenkonzert „Tamburi Mundi meets Freiburger Barockorchester“ zeigte Bettina Castaño, dass nicht nur Rahmentrommler sich wunderbar in diese alte Musik integrieren lassen, sondern auch die rhythmusstarken Klapperschritte einer meisterhaften Tänzerin.

Was aber war denn nun der Höhepunkt des diesjährigen Festivals? Für mich gab es mehrere Bergspitzen - herausragende Momente. Der eben genannte Barockabend mit dem weltbekannten Freiburger BarockConsort mit Hille Perl und Lee Santana und den Rahmentrommlern Glen Velez, Murat Coşkun und Pere Olivé samt ihren Gästen Michel Godard und Maria Ferré war sicher einer davon. Man musste sich nach dem Konzert nur unter die Besucher/innen mischen, um zu merken, dass man mit seiner Begeisterung nicht alleine war. Durch den Radio-Mitschnitt des SWR bietet sich am 30. November die tolle Möglichkeit, sich dieses besondere Konzert (noch einmal?) anzuhören.

Und dann kam GOCOO. Unüberhörbar, wuchtig, meisterhaft, strahlend brachten die elf Taiko Trommler/innen aus Tokio das Freiburger E-Werk zum Beben und veranlassten das Publikum zu Standing Ovations. Mit solch einem Festival-Abschluss hätte selbst Festival-Leiter Coşkun nicht gerechnet (wie er in seiner Begrüßungsrede zugab), als das Festivalprogramm vor einigen Wochen kurz vor dem Druck stand.

Auch die leisen Töne hatten durchaus etwas zu bieten: Das israelische Duo Yshai Afterman und Itamar Erez begeisterte das Publikum ebenso wie die Solo-Künstler/innen Maryam Hatef (Iran) und Takashi Tajima (Japan) im ausverkauften Kammertheater.

Mit dem Thema „Lesung und Musik“ betrat das letztjährige Tamburi Mundi Festival noch Neuland, dieses Mal waren gleich zwei Autoren an verschiedenen Abenden zu Gast. Der deutsch-türkische Schriftsteller Feridun Zaimoǧlu las, ergänzt vom Rahmentrommelspiel Murat Coşkuns, aus seinem Roman Leyla. Marokkanische Gnawa-Trommler und Thomas Gundermann begleiteten den außergewöhnlichen Reisebericht Andeas Kirchgäßners, der von einer denkwürdigen Begegnung mit musizierenden Schlangenbeschwörern in Marrakesch erzählte.

Der Iraner Mohammad Reza Mortazavi spielte wie kein zweiter und doch war es, als wohnte man keinem Solo-Konzert, sondern einer ganzen Gruppe von Trommlern bei. Fliegende Hände, die Beschreibung traf zu, virtuos in allerhöchstem Maße, brillant. Applaus, der die Wertschätzung der Zuhörer/innen deutlich machte.

Aufhorchen ließ auch der Doyra-Meister Abbos Kosimov mit seiner kraftvollen Perkussion, in seiner Heimat ein Star und in der Szene längst zum Geheimtipp geworden.

Tamburi Mundi ist ein internationales Festival, weit über die Grenzen Deutschlands im Gespräch. Selbst Teilnehmende reisen inzwischen von überall her zu den international besetzten Kursen an. Instrumentenaussteller (dieses Jahr aus Spanien, Italien, Japan, USA Deutschland und der Türkei) füllen einen ganzen Saal. Gleichzeitig spürt man aber, wie sehr das Rahmentrommelfestival in der Freiburger Kulturlandschaft verankert ist. Viele kostenlose Mitmachangebote, ein Rahmenprogramm auch für Kinder und Familien und Menschen mit Behinderungen, ein Auftakt-Abend mit einer Sport-Trommel-Gruppe aus der iranischen Partnerstadt Isfahan zu Gast. Das Festival gehört zum Freiburger Sommer, auch wenn die Hitze dieses Jahr alles etwas stöhnen ließ. Die Konzertsäle waren sehr gut gefüllt, einige Gesichter, die man immer wieder traf, an manchen Tagen konnte man sich zwischen vier verschiedenen Konzerten entscheiden, oder einfach alle vier besuchen.

Was ist Tamburi Mundi?  Ein Treffen der Rahmentrommelstars, das die Fachwelt aufhorchen lässt? Ein großes Happening? Ein Karrieresprungbrett für junge Talente? Eine Art „Familientreffen“ der Rahmentrommelszene? Ein fortdauerndes Konzertereignis? Ein Abtauchen in Rhythmen und Klänge? Tamburi Surprise?

Ich meine von allem etwas!

(Uli Kudla)

 

 

Rückblick auf das 7. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 27.7. - 04.08.2012

Das diesjährige Rahmentrommelfestival bot mit Sicherheit eines der vielseitigsten Programme seit Beginn des Festivals 2006. Mit Sicherheit war auch das Motto des diesjährigen Festivals „Crossing Borders" verantwortlich dafür. So wurden vielerlei Grenzen in musikalischer und kultureller Hinsicht überschritten, wie auch ein spartenübergreifendes Programm dargeboten. Dabei standen die Rahmentrommeln mal mehr, mal weniger im Zentrum. Dadurch wurden die einzelnen Konzerte kontrastreicher und jeder Abend hatte eine ganz eigene Note.

Das Festival wurde im klassischen Tamburi Mundi-Stil mit einem traditionellen Rahmentrommel-Programm eröffnet. Dieses Jahr gab es italienisch-ekstatische Trommelmusik mit Maskentänzen und feurig-virtuose Trommelklänge mit dem Ensemble Tamburello Café.

Bewusst wurden einige „Ausflüge" in die zeitgenössische Musik unternommen: Das norwegische Percussion Trio SISU bot den Zuschauer/innen unterhaltsame und faszinierende Augenblicke und integrierte in ihr modernes Programm u.a. den tadschikischen Meistertrommler Sattor Fozilov in eine fulminante Komposition. Auf der anderen Seite schenkten Isao Nakamura und auch Joss Turnbull dem Publikum leise und intime aber doch energiegeladene Klänge.

Neu war das Thema Lesung und Musik. Der „Sams-Autor" Paul Maar hatte das Publikum sofort auf seiner Seite, als er aus seinem Buch „Das Fliegende Kamel" las. Musikalisch begleitet wurde er dabei von der Capella Antiqua Bambergensis und zahlreichen Rahmentrommler/innen, u.a. Murat Coskun, Maryam Hatef und Mohsen Taherzadeh. Letzterer wirkte als Artist in Residence bei zahlreichen Projekten mit und stellte u.a. sein Projekt „Merasim Percussion Trio" vor.

Dieses Jahr stand an zwei Abenden der regionale Bezug im Vordergrund: Mit dem Kaiserstuhl Percussion Ensemble (Leitung Friedemann Stert) kam ein hervorragend eingespieltes Ensemble zum Festival und traf hier auf „Rahmentrommler des Festivals", wie Philipp Kurzke oder Mohsen Taherzadeh. Der Dirigent des Freiburger Akkordeon Orchesters Volker Rausenberger leitete ein einzigartiges Projekt: „Accordeon Orchestra meets Frame Drums", bei dem Stücke von Bartok bis Abou Khalil gespielt wurden. Wohl eines der außergewöhnlichsten Konstellationen des diesjährigen Tamburi Mundi Festivals.

Jazzigere Klänge waren beim ensemble FisFüz zu hören. Die in Istanbul lebende US-Percussionistin Raquy Danziger hatte hier beim Tamburi Mundi Festival ihr erfolgreiches Deutschland-Debut. Tamburi Mundi goes America hieß ein weiteres außergewöhnliches Projekt: N. Scott Robinson aus den USA brachte in der Festivalwoche einige hochkarätige Rahmentrommler/innen zusammen und ließ einen „Frame Drum Circus" entstehen, u.a. mit dem israelischen Newcomer-Percussionisten Yshai Afterman, der dem Freiburger Publikum sehr positiv auffiel. Beim Tanzabend mit dem Titel „Crossing Borders" trafen traditioneller indischer Tanz (Shany Mathew) auf zeitgenössischen Tanz mit afrikanischen Elementen (Henry Motra). Ein intensiver Abend voller Ausdruck und implodierender Energie, bei dem die Zuschauer/innen im Anschluss Gelegenheiten hatten, zur Musik von über 30 Live-Rahmentrommler/innen im Saal des E-Werks zu tanzen.

Die Tradition des großen „Samstagabend-Konzert" mündete auch dieses Jahr zu einem „Gipfeltreffen der Rahmentrommler/innen". Er wurde von Ramesh Shotham musikalisch geleitet und brachte Trommler/innen aus Korea, Tadschikistan, USA, Iran, Israel, Brasilien, Indien, Italien und Deutschland gemeinsam auf die Bühne. Höhepunkte hier waren u.a. das Solo der Schlagzeugerin Carola Grey und die atemberaubende Darbietung des koreanischen Percussion Ensembles Noreum Machi.

Gesang und Rahmentrommel stand dieses Jahr gleich zweimal im Fokus: Zum einen waren es norwegische Gesänge von Oyonn Groven Myhren begleitet von der norwegische Schamanentrommel „Runartrumma", mit denen sie das Publikum in eine andere Welt verzauberte. Zum anderen gestaltete die brasilianische Sängerin Lygia Campos in Kombination mit brasilianischer Percussion (Gilson de Assis) und italienischen Trommeln (Andrea Piccioni) ein mit viel Beifall bedachtes sonntägliches Abschlusskonzert.

Beim Festival 2012 wurde erstmalig in Kooperation mit der Firma Schlagwerk-Percussion ein Tamburi Mundi Frame Drum Award vergeben. Sieger des auf dem Festival live ausgetragenen Wettbewerbs wurde der spanische Rahmentrommler Pere Olivé Aymerich. Das Familienkonzert, die zahlreichen Kinderkurse sowie die kostenlosen Mitmachaktionen, wie Trommelzug oder Drumcircle zogen wieder viele Familien an. Und wer noch länger aufbleiben konnte (oder durfte), konnte bei den nächtlichen Sessions und beim „Drumming in the Night" unter den Sternen im Freiburger Stadtgarten trommeln. Komplettiert wurde das Rahmenprogramm durch die Tamburi Mundi Instrumenten-Messe, welche inzwischen zu einer kleinen, aber weltweit sehr geschätzten Fachmesse für Rahmentrommeln geworden ist.

Neben knapp 20 Konzertveranstaltungen und zahlreichen anderen Aktionen wurden auch dieses Jahr über 50 Kurse für verschiedene Spiel-Niveaus zu den verschiedensten Themen rund um die Rahmentrommel angeboten. Über 100 Künstler/innen präsentierten dieses Jahr 9 Tage lang einem begeistertem Publikum ein breit gefächertes Programm. Die Konzerte waren überdurchschnittlich gut besucht und es kamen über 4500 Besucher/innen zu allen Veranstaltungen des Festivals. Das Festival wurde 2012 neben der städtischen Förderung auch erstmalig vom Land Baden-Württemberg bezuschusst und kooperiert mit internationalen Institutionen wie dem Carl-Schurz-Haus in Freiburg.

Für alle, die sich das schon mal vormerken wollen: Das Tamburi Mundi Festival ist am 26./ 27. April 2013 auf Tour in Österreich (Festspielhaus St. Pölten) und präsentiert sich vom 27. Juli bis 4. August 2013 wieder in Freiburg.

Rückblick auf das 6. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 31.7. - 07.08.2011

Ein geglückter Dialog der Rhythmen

Ich freue mich sehr, dass das vergangen Rahmentrommelfestival so erfolgreich verlief. Mit Sicherheit war es eines der spannendsten Ausgaben seit es das Tamburi Mundi Festival gibt. Die kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen einigen Künstler/innen kam dieses Jahr besonders zur Geltung. Mit dem „Festival on Tour-Project", welches bereits im Frühjahr im Festspielhaus St. Pölten gastierte, wurde ein breit gefächertes Programm mit Trommeln, Tanz und Gesang dargeboten. Hier kam die bunte und lebendige Vielfalt der Rahmentrommeln humorvoll und voller Energie zum Vorschein.

Höhepunkt war mit Sicherheit ein eigens für das diesjährige Festival erarbeitetes Kooperations-Projekt: Rhythms in Dialogue. Unter der Leitung von Kim Ju Hong (Südkorea) und Murat Coşkun enstand ein Konzept für eine ganz besondere musikalische Begegnung der Kulturen. Koreanische Samul Nori-Perkussionist/innen kamen für sechs Wochen als Artists in Residence zum Tamburi Mundi Festival.

Als Ausgangspunkt diente die koreanische Samul Nori Musik, deren „Dialog-Partner/innen" waren in erster Linie Rahmentrommeln und Perkussion sowie Tanz und Gesang mit Schwerpunkt auf dem türkischen, persischen und arabischen Raum. Aus der Improvisation heraus entstanden neue Kompositionen und Choreographien, die traditionellen Instrumente sowie traditionellen Melodien trennten sich von ihrem ursprünglichen Kontext; Klänge und Bewegungen wurden isoliert, um wieder zusammengesetzt und musikalisch neu definiert zu werden. Das Resultat wurde von insgesamt 14 Musiker/innen und Tänzer/innen im ausverkauften E-Werk in einem fulminanten Konzert mit lyrischen und kraftvollen Momenten dargeboten.

Tamburi Mundi versucht stets musikalische aber auch gleichzeitig kulturelle Hürden zu überwinden und durch die musikalischen Begegnungen politische Grenzen und Barrieren zu relativieren. So trafen auch dieses Jahr in einem Konzertabend ein Musiker aus Israel (Elias Habib) auf einen Perkussionisten aus der Freiburger Partnerstadt Isfahan (Mohsen Taherzadeh). Eine Begegnung, bei der nicht das trennende sondern das Verbindende Element im Vordergrund stand.

Erstmals wurde bei Tamburi Mundi ein Abend ganz den weiblichen Trommlerinnen gewidmet: Die Iranische Trommlerin Maryam Hatef, ihre amerikanische Kollegin Marla Leigh und Nora Thiele aus Berlin bildeten die „Lady Drummers". Drei weitere Musikerinnen komplettierten das Konzert und rundeten den Abend musikalisch ab.

Die mittelalterlichen Klänge vom Ensemble A Chantar entfaltete sich klanglich und atmosphärisch in der Christuskirche zu einem großen Hörgenuss. Im Kerzenschein verschmolzen die tiefen Rahmentrommeln (Murat Coşkun) mit der glasklaren Stimme der Sopranistin und Ensemblegründerin Regina Kabis. Einfühlsam und doch voller Energie brachten die drei Instrumentalisten Manuela Mohr (Flöten), Marc Lewon (Lauten, Gesang) und Baptiste Romain (Fidel, Dudelsack) die spanische Mittelaltermusik in die Christuskirche. Als Gastmusiker brillierte Michael Metzler mit seinem Kastagnettenspiel.

Neben dieser größeren Produktion waren bei Tamburi Mundi auch wieder kleinere und intimere Konzerte angesagt. Bei den „Tamburi Mundi Special"-Konzerten konnte man in einem kleineren Rahmen einzelne Musiker mit solistischen Beiträgen erleben (Suat Borazan, Michael Metzler, Gilson de Assis, David Kuckhermann). Höhepunkt hier war das Solokonzert von Carlo Rizzo, bei dem er seine Zuschauer/innen mit Staunen und in größter Begeisterung zurück ließ.

Das diesjährige Familienkonzert mit dem Tak und seiner Reise, die zahlreichen Kinderkurse sowie die kostenlosen Mitmachaktionen wie Trommelzug oder Drumcircle zogen wieder viele Familien zum Tamburi Mundi an. Und wer noch länger aufbleiben konnte (oder durfte), der konnte bei den nächtlichen Sessions und beim „Drumming in the night" unter den Sternen im Freiburger Stadtgarten mittrommeln.

2011 gab es wieder zahlreiche Kooperationen, z.B. mit der Alten Feuerwache in Mannheim, wo Tamburi Mundi drei Tage vor dem Festival in Freiburg mit einigen ausgesuchten Musiker/innen und Tänzer/innen den Konzertsaal zum Kochen brachte. Weitere Kooperationen gab es mit dem Senior/innenstift und der Strafvollzugsanstalt Freiburg, wo Tamburi Mundi mit einem speziellen Programm gastierte. Auch die neu ins Leben gerufene Reihe Tamburi Monday im E-Werk (Rahmentrommel-Sessions und offene Bühne) wurde sehr gut angenommen.

Ein wichtiger Bestandteil des Festivals waren die Kurse und Workshops. Auch dieses Jahr wurden über 50 Kursen für verschiedene Spiel-Niveaus zu den verschiedensten Themen rund um die Rahmentrommel angeboten. Komplettiert wurde das Festival durch die Tamburi Mundi Instrumenten-Messe, welche inzwischen zu einer kleinen, aber weltweit sehr wichtigen Fachmesse für Rahmentrommeln geworden ist. Instrumentenaussteller/innen aus Ländern wie den USA, Türkei, Israel, Spanien, Italien, Frankreich und ganz Deutschland kamen dafür nach Freiburg ins E-Werk, wo sie während der ganzen Festivalzeit in einem eigenen Messe-Raum ihre neuesten Instrumente vorführten.

Ich bin sehr glücklich, dass Tamburi Mundi immer mehr Anhänger findet. Es hat in der internationalen Rahmentrommel-Szene mittlerweile eine führende Rolle übernommen und setzt richtungsweisende Akzente. Sei es mit den Konzerten beim Tamburi Mundi Festival, den Workshops bei der „Tamburi Mundi Frame Drum Academy" oder sei es mit den erfolgreichen „Tamburi Mundi-International"-Veranstaltungen in Iran, Italien, Österreich und in der Türkei: So strahlt das Festival von Freiburg aus in die weite Welt und bringt die internationale Rahmentrommelkulturen zusammen.

Die Kontinuität ist sehr wichtig, dafür bedanke ich mich in erster Linie ganz herzlich bei den treuen Zuschauer/innen und bei den Teilnehmenden unserer Kurse, den Musiker/innen, die dieses Festival ideell unterstützen, bei den Förderern/Föderinnen und Sponsor/innen des Festivals, beim Kulturamt Freiburg, beim E-Werk Freiburg sowie bei meinem tollen Team mit seinen festen und auch ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen! Ich freue mich besonders auch, dass die Stadt Freiburg ab diesem Jahr zum ersten Mal das Festival mit einem Zuschuss institutionell fördert und hoffe, dass der Standort des Festivals in Freiburg damit auch gesichert ist.

Ich wünsche uns für das kommende Jahr eine schöne Festivalwoche vom 28.7.-5.8.2012!

Murat Coşkun

Rückblick auf das 5. Internationale Festival für Rahmentrommeln Tamburi Mundi vom 04 - 08.08.2010

In seiner ihm eigenen bescheidenen Art hatte Murat Coşkun angekündigt, dass das 5. internationale Festival für Rahmentrommeln um ein Jahr auf 2011 verschoben werden muss. Renovationen im E-Werk, dem Austragungsort der Festivals 2008 und 2009, haben ein Festival im üblichen grossen Stil nicht zugelassen. Die „Tamburi Mundi Mini Edition 2010" also als Mini Event in der Wodan Halle?

Weit gefehlt. Im Rückblick wäre die Mini Edition auch glatt als 5. „richtiges" Festival durchgegangen. Denn was sich da an geballter perkussiver Energie versammelte – in den Workshops wie in den Konzerten – war wieder erste Sahne.

Als furioser Konzertauftakt wirbelte das koreanische Samul Nori Ensemble „Noreum Machi" durch die Aula des St. Ursula-Gymnasiums, dem einzigen Konzertort ausserhalb der Wodanhalle.

Am nächsten Abend dann „Les haulz et les bas", mittelalterliche Musik in grosser Besetzung, die auch nicht-medieval geprägte ZuhörerInnen wegen ihrer Vielseitigkeit begeisterte.

Das Freitagabend-Konzert, angekündigt als „Night of Solo Drummers", erstaunte durch die phänomenalen Trommelkünste von Morteza Ghasemi, Joss Turnbull, Murat Coşkun und Michael Metzler. (Murat's Stück „Mohammeds hands" hätte übrigens auch locker in ein Festival für zeitgenössische Musik gepasst, als Komposition für elektrische Massagematte und Perkussion oder so...).

Als Abschlusskonzert am Samstag Abend dann das Tamburi Mundi Trio mit Murat Coşkun, Andrea Piccioni und Gilson de Assis, plus Gäste Cheikh Kane und Michael Metzler. Die üblichen Verdächtigen, könnte man meinen, und doch ist die mittlerweile durch 5 Jahre Rahmentrommelfestivals verwöhnte Zuhörerschaft fasziniert von den immer wieder neuen Spielideen der Musiker, die von ruhig meditativ bis slapstick das gesamte Repertoire beherrschen.

Auch in den Workshops, mit maximal 4 parallel laufenden Kursen überschaubarer als in den Jahren zuvor, wurde den Teilnehmenden wieder die übliche hohe Tamburi Mundi Qualität geboten. Die Location, drei Räume auf dem Areal der Wodan Halle (und bei schönem Wetter auch der Biergarten davor) und im Pianohaus Lepthien um die Ecke, waren einfach und angenehm. Da auch das Leihen von Instrumenten dank der Unterstützung von Anklang Musikwelt und Schlagwerk wieder reibungslos funktionierte, waren alle mit den „neuen" Örtlichkeiten zufrieden.

Überhaupt: viele neue Gesichter unter den TeilnehmerInnen wie unter den KonzertbesucherInnen, und auch die Wokshops für Kids und das Familienkonzert scheinen eine neue Generation Rahmentrommelbegeisterte anzusprechen. Natürlich konnte, wer sich nicht mehr halten konnte, am Ausstellungsstand von Anklang Musikwelt beraten lassen und gleich die eine oder andere exklusive Rahmentrommel mit nach Hause nehmen. Viele schätzten auch die besondere, relaxte Stimmung in und um die Wodan-Halle, die auch bei MusikerInnen wie ZuhörerInnen und Teilnehmenden deutlich spürbar war.

Fazit: Mit der Mini Edition 2010 ist ein absolut gelungenes Festival geglückt, das durch die wunderbaren Konzerte und die bekannt guten Workshops das Gefühl vermittelt hat, bei einer großartigen Sache dabei zu sein. In diesem Sinne: Tamburi Mundi wird auch in Zukunft DAS Festival für die FreundInnen kreativer (Rahmentrommel-) Musik sein, ob im E-Werk, in der Wodan-Halle oder sonstwo.

JÖRG HERDT

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