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4. Tamburi Mundi – International Frame Drum Festival / 03.- 09. August 2009


Bereits zum vierten Mal organisierte und veranstaltete der Perkussionist Murat Coskun das international Frame Drum Festival Freiburg: Tamburi Mundi. Aufgrund des vielfältigen Kurs- und Konzertprogramms, der anwesenden Instrumentenaussteller, die aus Israel, USA, Spanien und Italien nach Freiburg kamen, und nicht zuletzt wegen der besonderen Stimmung wurde das Rahmentrommelfestival erneut zu einem großartigen Erlebnis.



Wieder einmal stand die süddeutsche Schwarzwaldmetropole Freiburg im Bann der Trommelklänge,  als dort sieben Tage lang internationale Rahmentrommel-Stars zusammentrafen.

Seit Gründung von Tamburi Mundi vor vier Jahren kooperiert Murat Coskun sehr eng mit hochkarätigen Percussionisten, darunter Glen Velez, der dieses Jahr als Musiker, Schirmherr und „Ehrenmitglied“ vonTamburi Mundi eingeladen war.

An heißen Sommerabenden fanden im Freiburger E-Werk sieben zumeist ausverkaufte Konzerte statt:

Beim Eröffnungsabend „Night of Magic Sounds“ kreierte Hakim Ludin, der afghanisch stämmige Meisterperkussionist, mit seinem Solo-Programm eine mystisch anmutende Klangreise, mit viel Humor und einem brillanten Spiel. Nach der Pause zeigte das preisgekrönte Trio FisFüz oriental-jazz vom Feinsten. Gemeinsam mit Glen Velez und Lori Cotler war schließlich das Quintett komplett. Die feinsinnige und vielschichtige Musik berührte die Zuschauer merklich.


Die Reihe Tamburi Mundi Newcomer, von Murat Coskun dieses Jahr neu ins Leben gerufen, bot der „neuen Rahmentrommel-Generation“ eine Plattform. Man erlebte ein beeindruckendes Konzert des Duo Doyra (Nora Thiele und Joss Turnbull).

Das Konzert im Anschluss stand ganz im Zeichen von Voice´n´Drumming. Eröffnet wurde der Abend vom italienschen Tamburello-Meister Andrea Piccioni. Glen Velez und Lori Cotler präsentierten ihre neueste Duo-CD, wie auch ihr aktuelles Trio-Projekt „Rhythmystic Voice“ mit Murat Coskun. Sehr ungewöhnliche und auch faszinierende Klänge kamen dann aus den Instrumenten des Schweizer Alphornspielers Balthasar Streiff, vor allem, wenn sich die Obertöne des Alphorns mit denen der Rahmentrommeln von Murat Coskun mischten. Mit mittelalterlicher Musik und Liedern aus Spanien und Italien entführte schließlich die Sopranistin Regina Kabis in eine klangvoll Alte Welt. Hierfür hatte sie Jutta Haaf (Harfe), Thomas Friedländer (Zink)  und natürlich drei Rahmentrommler ihrer Wahl eingeladen, u.a. Michael Metzler und Murat Coskun.

Beim Open-Stage-Abend übertrafen sich Kursteilnehmer und Musiker mit verblüffenden Ideen und nur der frühe Morgen setzteder Spielfreude ein Ende.

Einen der Höhepunkte des Festivals bildeten Gäste aus den USA, vom dortigen Rahmentrommelfestival der NAFDA (North American Frame Drum Association), die sich hier in Freiburg am Freitagabend musikalisch hochkarätig präsentierten.
Sie boten eine einzigartige Vielfalt an Ideen und schafften es, das schwitzende Publikum im Handumdrehen zu begeistern. N. Scott Robinson, Todd Roach, Miranda Rondeau - die Percussionisten aus den USA, als einziger Deutscher mischte David Kuckhermann mit. Als Special Guest brillierte der US-Oud-Spieler Mac Ritchey. Ein Abend mit vielen akustischen Freuden!
Das Anschluss-Konzert stand ganz im Zeichen des diesjährigen musikalischen Fokus 2009:

Das Trio Saranga eröffnete den TAMBURI INDIA-Abend und führte die Zuschauer in die Welt der indo-pakistanischen Sufi-Musik. Danach entführte K.S. Resmi mit ihrer bezaubernden Stimme die Zuschauer in ihre Welt der südindischen Musik. Ramesh Shotham war der Höhepunkt mit seinem – eigens für das Festival zusammengestellten – Programm: Annette Maye (Klarinette), Mac Ritchey (oud) und Christian Zürner (bass) spielten jazzig-funkige Tunes mit einem ordentlichen Schuss an indischen Gewürzen, die der Meister persönlich in seine selbstkomponierten Stücke streute - ganz in seiner „Madras-Special-Manier“. Zu erwähnen ist die ausdrucksstarke Shany Mathew mit südindischem Tanz. Sie schaffte es dabei wie ein roter Faden die einzelnen „musikalischen Inseln“ miteinander zu verbinden, sie kommentierte die Musik, mal improvisierend, mal im Dialog, mit enormer Souveränität, Leichtigkeit und Tanzfreude!

Beim großen Finale am Samstag prallten in einer Art „kontrollierten Explosion“ die unterschiedlichsten Rahmentrommelwelten aufeinander– von Brasilien (Gilson de Assis) über USA, Indien, Italien (Bruno Spagna), England (Ian Harrison), Türkei (der virtuose Kanunspieler Muhittin Temel) bis nach Tadschikistan (hier zu erwähnen der Großmeister auf der Doira Sattor Fozilov). Während der Festivalwoche entstandene Projekte wurden hier aufgeführt, u.a. auch ein wunderschönes Duo mit dem überragenden amerikanischen oud-Spieler Mac Ritchey und dem Bodhran-Spezialisten Thorralf Schuh. Über 30 MusikerInnen kreierten nicht nur einen knall-bunten Abend, sondern ein musikalisches Feuerwerk auf höchstem Niveau, das mit dem großen Tamburi Mundi Orchester endete.

Workshops:
Die Kurse und Workshops bildeten beim Festival einen zentralen Punkt (200 interessierte Teilnehmende aus folgenden Ländern: USA, Türkei, Iran, Israel, Kolumbien, Spanien, Italien, Frankreich, Polen, Schweiz, Österreich, Holland, Dänemark und Deutschland). Hier hatte man die Möglichkeit, sich neuste „Tricks“ zeigen zu lassen oder ganz an der Basis zu arbeiten. Neben Kursen, die traditionelle Spielformen zeigten, ließen sich andere finden, bei denen klar nach dem „Neuem“ geforscht wurde. So entstand dieses Jahr zum ersten Mal eine Zusammenarbeit mit der Musikhochschule Freiburg, die ihren Schlagzeug- und Schulmusik-Studenten Stipendien für die Kurse vergab.
Es gab einzigartige Begegnungen und Momente in Kursen, aber auch bei spontanen „Unterricht-Sessions“ im großen E-Werk-Foyer, wo eine Rahmentrommlerin, gerade aus dem Iran angereist, gemeinsam mit einem Rahmentrommler aus Baltimore im Austausch war, oder ein persischer Instrumentenbauer mit seinem israelischen Kollegen beim gemeinsamen Mittagessen über neuste Fellbearbeitungen diskutierte. Bei Tamburi Mundi wurde spürbar, dass Musiker sich keine Grenzen setzen, es zählt einzig die Musik und die Freude am Spiel der Rahmentrommel und der gegenseitige Austausch.


Aussteller und Instrumente:
Das Kursangebot und die Konzerte wurden durch acht Aussteller (USA, Israel, Italien, Spanien und Deutschland) ergänzt, die jeweils ihre Neuheiten im Bereich Rahmentrommel und Perkussion präsentierten. Anklang Musikwelt, mittlerweile europaweit führender Rahmentrommel-Hersteller, präsentierte ihr neues Pandeiro und ihre Kanjira. Cooperman waren aus den USA angereist und boten vielen in Europa lebenden Musikern die Gelegenheit, ihre Instrumente auszuprobieren und zu erwerben. Majid Karami bot neben seiner neueren Modelle des „Cajatom“ weitere einzigartige Neuheiten auf dem Sektor der Rahmentrommel mit Holzschlagfläche an. Neu dabei waren dieses Jahr Afroton und Percussion Teufel. Afroton präsentierte in erster Linie die Emin-Darbukas aus Istanbul und das Caisa. Percussion Teufel stellte die Weltneuheit „Garrahand“ vor und versetze viele Percussionisten ins Staunen. Schlagwerk-Percussion trug auch dieses Jahr wieder mit unzähligen hochwertigen Leihinstrumenten zur Durchführung des Festivals und des Auftakt-Drumcircles wesentlich bei.

Insgesamt eine tolle, energiereiche, musikalisch meisterhafte Woche, die schon jetzt nach Fortführung ruft…

ULRIKE KUDLA